Der Keks-weg-Trick oder: Abnehmen fast im Schlaf

AUTOPHAGOZYTOSE
Jetzt liest man es sogar schon in der „Daily-Press“: Die Krone hat sich des Themas angenommen, wie schon im Vorjahr in unserer gsundbleibn-Kundenzeitung zu lesen war.
Fehlt dem Körper mehr als 17 Stunden jegliche Energiezufuhr, dann „verdaut“ er sich selbst.
Eine Art Recyclingverfahren wird dadurch eingeleitet. Der Fachausdruck dafür ist Autophagozytose und Stargynäkologe DDr. Johannes Huber nannte es „Dinner-cancelling“ – richtig: es geht ums Fasten!

Als ich diesen Artikel schrieb, lagen einige Kekse noch vor mir und rundherum roch es nach Punsch.
Es war Advent, denn die Jänner-Ausgabe unserer Kundenzeitung musste vor Weihnachten druckfertig geschrieben werden.
Also verschob ich mein schlechtes Gewissen: Ich weiß ja, wie der Keks-weg-Trick funktioniert.

Was hat sich denn bei Keks und Punsch so angesammelt?
Neben ein paar wertvollen Nüssen nur Zucker, Mehl – also Kohlenhydrate – und Alkohol.
Und die sind bekanntlich nur manchmal notwendige und im Übermaß unnotwendige Energiespender, denken Sie nur an den wärmenden Schluck eines Obstlers.
Jede Zelle besitzt mehrere Heizquellen, genannt Mitochondrien, die zuerst Alkohol, dann Glucose aus Kohlenhydrate und zum Schluss Fett verbrennen.

Das Fett bleibt übrig
Und das ist das Dilemma: Solange Süßes & Co, vielleicht auch noch mit Geistlichem gepaart, vor dem Ofen wartet, steht das Fett in der Warteschlange.
Bis es sich dann doch entschließt Sammelstellen aufzusuchen, genannt Fettzellen.
Das ist der Hintergrund, warum die Konditorei auch ohne Schlagobers dick macht.
Diese Sammelstellen sind nun als „viszerales Fett“ an Bequemlichkeit kaum mehr zu überbieten.
In den gepolsterten Zentren fehlt jede Motivation diese freiwillig zu verlassen, egal ob die Optik stimmt oder nicht.


Lebensnotwendige Energie

Unser Stoffwechsel ist wie ein laufender Motor, braucht ständig Energie, auch im Schlaf.
Jede Zelle hat 1.000 bis 2.000 Mitochondrien.
Wo mehr Energie benötigt wird sind sie häufiger, wie zum Beispiel in den Muskelzellen, Nervenzellen oder Herzmuskelzellen.
Die Leber hat Glucosereserven auf die der Organismus im Bedarfsfall zugreift.
Nur im Notfall versorgt er sich aus Fetten der Fettzellen.
Solche Notfälle gilt es nun zu schaffen indem über mehrere Stunden keine Kalorienzufuhr stattfindet.
Klingt logisch, sollte aber strukturiert durchgeführt werden.


Autophagozytose

Unser Körper ist in der Lage aus funktionslosem Material wie abgestorbene Zellen oder Zellteilen unvollständig gebildete Strukturen nicht nur auszuscheiden, sondern aus dem „alten Baumaterial“ neue Elemente zu schaffen.
Werden weniger Nährstoffe zugeführt, beginnt der Stoffwechsel in einer Art Recyclingverfahren abgelagertes Baumaterial wiederzuverwenden.
Aber auch Bakterien und Viren werden durch die Autophagozytose zerlegt.
Ein Hungerzustand fördert diese Autophagozytose und daraus entwickelte sich die Erkenntnis, dass etwa 17 Stunden tägliche Karenz an Nahrungsaufnahme den Körper recyclet, quasi reinigt und die Energie aus den Fettzellen entnimmt.
Sie schaffen das durch Weglassen einer Mahlzeit – entweder Abendessen oder Frühstück – je nachdem, was leichter fällt.
Besonders ideal: Fast die Hälfte der Zeit fällt überhaupt nicht schwer, da wir sie einfach verschlafen.
Kriterium ist absolute Nahrungskarenz an Energiezufuhr in dem definierten Zeitraum.
Nur ungesüßter Kaffee oder Tee und (Mineral)Wasser sind erlaubt.
Eine größere Mahlzeit täglich sollte aber doch dabei sein, um den Grundumsatz hoch zu halten.

Unterstützung
Was am Beginn schwer fällt, wird mit der Zeit selbstverständlich.
Deshalb können zu Beginn Sättigungskapseln oder kalorienlose Ersatznahrungen über die Zeit retten.
Ich habe großen Erfolg mit dieser Methode, verlor meinen Schwimmreifen und ich berate Sie gerne zu diesem Thema.


Mag.pharm. Erich Zöchling