Unser Immunsystem ist sehr effizient und flexibel, aber manchmal vielleicht zu langsam. Außerdem ist es leichter zu schwächen als zu stärken.
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SCHON WIEDER verschnupft

Gegen mehr als eine Billion verschiedene Keime (Antigene) kann das Immunsystem den Kampf gleichzeitig aufnehmen. Eine 6-fach Impfung hat maximal 55 verschiedene Keime, lachhaft für unsere Abwehrmaschinerie. Trotzdem und gerade in der kalten Jahreszeit scheint es zu schwächeln. In der Apotheke werden verstärkt immunsteigernde Präparate verlangt, die aber nicht sehr verlässlich helfen. Warum ist das so?

DAS IMMUNSYSTEM besteht aus zwei Abteilungen: dem spezifischen und dem unspezifischen System. Ersteres entwickelt gegen genau identifizierte Eindringlinge einen spezifischen Antikörper. Diese „Arbeit“ dauert allerdings 3 bis 10 Tage und kann nicht beschleunigt werden. Einmal mit einem Keim bekannt gemacht, erinnert sich das System sehr rasch und kann daher im Falle einer weiteren Infektion blitzschnell reagieren. Dieses Vorgangs bedient man sich bei der Impfung, mit dem Unterschied, dass diese Keime nicht mehr wachsen können. Bei einer Infektion mit lebenden Keimen würden sich diese schneller vermehren, als das Abwehrsystem arbeitet. Deshalb sind Masernimpfungen den tödlichen Masernpartys in jedem Falle vorzuziehen.

Im feuchtkalten Winter kommen wir mit mehr Keimen in Berührung als im trockenheißen Sommer. Vor allem Viren vertragen keine Wärme, deshalb ist Fieber beschränkt auch gesund. Mehr als 200 Rhinoviren hüpfen im Winter von Nase zu Nase, leicht vorstellbar, wenn man bedenkt, dass ein Hustenreflex einen Luftausstoß von bis zu 1000 km/h entwickelt.

DIESE VIREN VERMEHREN sich schneller als unser System Antikörper entwickeln kann und verändern (mutieren) oft ihre Oberfläche, sodass unser Immunsystem sich nicht mehr erinnert. Also muss das unspezifische Immunsystem die Arbeit übernehmen. Dafür gibt es Killer- und Fresszellen, die dann und wann auch überfordert sind. Diese beiden Arten sind manipulierbar. Extrakte aus Sonnenhut (Echinacaea) und Vitamin C und Zink aktivieren sie. Allerdings müssen diese Stoffe ständig zur Verfügung stehen. Ascorbinsäure (Vitamin C) aus einer Orange oder einem Getränk am Morgen verlässt noch am Vormittag den Körper.

Außerdem ist es leichter das Immunsystem zu schwächen, als es zu stärken. Eine durchzechte, schlafarme Nacht, Alkohol und Zigaretten sind nur einige Beispiele. Hingegen sind Wärme (Dampfbad, Sauna) und viel Schlaf ein guter Tipp, um der eigenen Abwehrkraft auch in der kalten und ungemütlichen Jahreszeit auf die Sprünge zu helfen.