Summ, Summ, Summ – Gelse summt herum….

Allein schon das leise Summen einer Gelse ist untrennbar mit Juckreiz verbunden. Dabei sind es die Weibchen, die nach der Paarung fremdes Eiweiß aus einer Blutmahlzeit zur Entwicklung ihrer Eier benötigen.
Der Stechrüssel besteht aus einem Stechborstenbündel, der ihnen ermöglicht in einer Leitung das Speichelsekret in die Haut zu injizieren und durch eine andere Blut zu saugen.

Männchen haben verkürzte Stechborsten, die für einen Stich ungeeignet sind. Sie dienen lediglich zur Nahrungsaufnahme. Die Gelsen ernähren sich ausschließlich von zuckerhältigem Nektar.

Den Blutwirt finden diese Insektenweibchen durch ausgeatmete Kohlensäure und unseren Körperdüften, hier vor allem die Fettsäuren aus Körperschweiß. Das sind aber auch Lockmittel für andere Insekten.

Um das gesaugte Blut vor Gerinnung zu hemmen injizieren Gelsen Proteine, aufgrund dessen unser Körper mit  allergischer Abwehr reagiert - in harmlosen Fällen mit Juckreiz und in drastischen mit allergischen Reaktionen.


Wehe, wer kratzt

Insektenstiche und deren Folgen gibt es der Art so zahlreich, wie es blutsaugende oder nur stechende Insekten gibt. Beschränkt auf die Gelsenplage ist es wohl der Juckreiz, den wir uns ersparen wollen.

Für den Saugakt braucht die Gelse etwa 50 Sekunden. Der Volksmund meint: fertig saugen lassen verringert das eingespritzte Allergen. Kratzen jedenfalls verschlimmert die Situation ins Unerträgliche. Disziplin wäre daher die ungefährlichste, aber schwierigste Art der Bekämpfung. Kaltes auflegen oder mit Eis betupfen unterstützt die notwendige Disziplin.


Hilfe und Tipps

Bei 45-50°C zerfällt das reizende Eiweiß. Als Hausmittel würde eine Tasse mit heißem Wasser für eine Minute auf die betroffene Hautstelle zu halten genügen. Diesem Umstand tragen batteriebetriebene Stifte Rechnung, die ihre Spitze erhitzen und mehr oder weniger erfolgreich die Ursache bekämpfen.
Juckreizstillende oder gar lokal anästhetisch (betäubend) wirkende Cremen sollten sooft aufgetragen werden, bis der Juckreiz verstummt. Wie gesagt, im Falle einer „Gelseninjektion“ ist das Kratzen der potenzierende Faktor.
Der oft empfohlene Speichel hat nur den Effekt einer minimalen Kühlung


Vorbeugung

a) Repellents oder „Vergrämungsmittel“ sind Wirkstoffe, die über den Geruchssinn dem Insekt das anzugreifende Objekt „vergrämen“.
  • Mischungen aus ätherischen Ölen:Verwendet werden Eukalyptus, Teebaum, Zitronengras, Citronella, Lavendel, Minze, Basilikum, Salbei, Thymian, Zedernholz und als potentestes Öl Geraniol. Ätherische Öle können die Haut reizen und Allergien auslösen. Sie sind beschränkt wirksam, stündliches Nachsprühen ist daher erforderlich.

  • Citriodiol (PMD oder p-Methan-3,8-diol) ist ein Wirkstoff aus Zitroneneukalyptus. Für Repellentien wird es aber chemisch hergestellt.

Künstliche Stoffe in Repellentien sind:

  • DEET (Diethyltoluamid): ist tropentauglich und kann als Nervengift bei unsachgemäßer Anwendung Nebenwirkungen hervorrufen. Alas verlässlichstes Repellent kann DEET bis zu 8 Stunden wirksam abwehren.

  • Icaridin: ist vom Wirkerfolg mit DEET vergleichbar, eingeschränkt tropentauglich, hat aber keine bekannten Nebenwirkungen.

  • IR3535 (Ethylbutylacetylaminopropionat): Die Wirkung ist schwächer als DEET und Icaridin, Auch sind keine Nebenwirkungen bekannt. Einen Überblick von Handelsprodukten bietet die Tabelle auf der Rückseite.

b) Insektizide töten alle Insekten und sind nicht zur Anwendung auf der Haut geeignet. Am wirksamsten sind sog. Nervengifte, die wohl auch bei Menschen neurotoxisch wirken, aber aufgrund der geringen Dosierung als unbedenklich zu bewerten ist. Lediglich Gelsenstecker mit Insektizidverdampfung sind für Kinderzimmer abzuraten, sowie besprühen über Lebensmittel.

Aus den Blüten verschiedener Chrysanthemen-Arten ist als ältester Wirkstoff Pyrethrum, aber die daraus entwickelten synthetischen Verbindungen der Pyrethroide sind deutlich potenter.
Beispiele sind Permethrin, Tetramethrin und Transfluthrin.

Caprylsäure als Wirkstoff ist kein Nervengift, aber es löst den lebensnotwendigen Chitin-Panzer der Insekten.

Für abendliche Grillfeste oder Heurigengesellschaften eignen sich Sprühvorgänge an Larven- und Gelsennestern mit „Gelsen-CIT“. Das Naturpyrethrum enthaltende Mittel wird eine Stunde bevor man von Gelsen in Ruhe gelassen werden möchte mit Sprühflaschen auf Sträucher verteilt.


Wirkstoff: DEET
Handelsname: Antibrumm forte, NoBite, Parazeet Moskitoschutz extra stark
wirkt gegen: Bremsen, Fliegen, Gelsen, Zecken


Wirkstoff: Icaridin
Handelsname: Parazeet Zeckenschutz, NoBite Kleidung, NoBite sensitive
wirkt gegen: Bremsen, Fliegen, Gelsen, Zecken


Wirkstoff: IR3535
Handelsname: Flystop, Parazeet Gelsenschutz sensible Haut, ExoPic Kids, Hansaplast Antiinsektenspray
wirkt gegen: Bienen, Fliegen, Bremsen, Zecken, Gelsen, Wespen


Wirkstoff: Ather. Ölmischungen
Handelsname: Antibrumm naturell,  Insektenspray mit Äther. Ölen – eigen (mit Geraniol)
wirkt gegen: eingeschränkt, kein zuverlässiger Schutz gegen Gelsen, kein Schutz gegen Zecken.


Wirkstoff: Citriodol
Handelsname: Cocopell, BioProtect
wirkt gegen: Gelsen, Fliegen, Zecken, Flöhe