Arzneimittelsicherheitsgurt-

Arzneimittelsicherheitsgurt

Es sind wohl schon mehr als 20 Jahre her, so genau will ich es gar nicht wissen, als ich meine ersten Sporen als Apotheker verdiente. Ich erinnere mich aber an die täglichen Diskussionen über die Verwendung von Antibiotika und Cortison.
Ein rauer Hals weckte schon das Verlangen nach Penicillin und ohne Cortison wollte man keinen Pickel entfernen. Es kostete mühsame Überzeugungsarbeit, warum dafür eine Diagnose notwendig sei und das Rezeptpflichtgesetz verbietet ... “Also krieg ich´s nicht?“ war die frustrierte Antwort.

Was lag also näher, am Image dieser Stoffe zu kratzen und das Buch über die „bitteren Pillen“ tat das Übrige. Das Pendel schlug in die andere Richtung, und man möchte meinen, es ist am Anschlag. Die übertriebene Angst vor Nebenwirkungen lässt gut überlegte Therapien und schnelle Genesung im Keim ersticken.

Der Beipacktext wird zum Albtraum, die Nebenwirkungen kommen schon beim Lesen. Jeder Nachbar ist Fachmann in Sachen Vorsicht vor Arzneimittel und selbst auf das Millionenfache verdünnte homöopathische Globuli werden vorsichtshalber von 10 auf 5 Stück reduziert. Obwohl ich mich über mangelndes Vertrauen in unsere Beratung nicht beschweren darf, es schmerzt schon, wenn diese Vorsicht uns in „die-wollen-ja-verkaufen-Schiene“ drängt.

Apotheker sind wohl die einzigen Händler, die auch manchmal einen Verkauf verweigern müssen oder wollen. Und das aus reinem Schutz vor falscher Anwendung von Arzneimittel.
Jede Apothekerin, jeder Apotheker hat in seiner Ausbildung die Fähigkeit erworben, Nutzen und Risiko richtig einzuschätzen, die Vorgänge, was ein Arzneimittel mit dem Organismus (Pharmakodynamik) und was der Organismus mit dem Arzneimittel (Paramakokinetik) macht, zu erkennen und erklären und ist somit der Therapiebegleiter zu Ihren Diensten. Er wird nur allzu selten in Anspruch genommen. Fragen Sie einmal Ihre Apothekerin oder Apotheker, was ihr schon jahrelang eingenommenes Arzneimittel oder das neu verschriebene wirklich kann, welche Nebenwirkungen zu erwarten sind und welche Dosis notwendig ist.

Damit sind wir wieder bei der Menge. Jeder Wirkstoff braucht eine gewisse Konzentration, um wirken zu können, man nennt dies die kurative, heilende Dosis. Dabei hängt es davon ab, ob der Arzneistoff im Blut, im Organ oder im Gewebe wirken soll. Dafür muss man unterschiedlich lang und intensiv therapieren. Eine selbst verordnete Reduktion der Dosis aus Angst oder Vorsicht schützt nicht vor Nebenwirkungen, dafür aber vor der Heilung.

In unserer Apotheke arbeiten wir mit einem Programm genannt „Arzneimittelsicherheitsgurt“. Mit dem wir Ihre Therapie optimal begleiten können.

Wir nehmen uns Zeit für Sie, nehmen Sie uns dabei beim Wort
meint Ihr Mag. Zöchling