Kein Leben ohne sie: Die Bakterien.-

Kein Leben ohne sie: Die Bakterien.


26. August 2021 von Henke Vesna


Würde man behaupten, Bakterien haben uns Menschen geschaffen, um einen Lebensraum für sich zu haben, wäre das nicht abwegig. 95% der Bakterienarten sind die Guten. Sie steuern zahlreiche Abläufe, wir kümmern uns um diese. Die 5% pathogenen Keime bleiben der diagnostischen Medizin vorbehalten. 100 Jahre hat man sich über Antibiotika nur um die Bösen gekümmert. Seit einigen Jahren sprudeln Forschungsergebnisse aus wissenschaftlichen Böden. Der Lesestoff darüber ist kaum zu schaffen... hier ein kurzer Überblick.

Es zählt nur die Fortpflanzung

Ob im Sauerteig oder in unserem Eingeweide, Bakterien haben nur eins im Sinn - die Fortpflanzung. Dabei sind sie so effizient, dass an einem Tag sechs Generationen entstehen. Die haben nicht alle Platz, dafür macht etwa 30% des Stuhlgewichts deren Anteil aus.

Die Darmabschnitte haben verschiedene Besiedelungen und wie in einer Dorfgemeinschaft profitiert der Eine vom Anderen und jeder hat eine Aufgabe zum Wohle unserer Gesundheit.

An die 1.000 verschiedenen Arten wurden schon gefunden und analysiert. Mittlerweile ist es gentechnologisch möglich, die Diversivität, Qualität und die Quantität der Darmbakterien festzustellen. So sind zahlreiche Krankheiten auf eine Fehlbesiedelung zurückzuführen.

Ursprung Darm

Die Liste der bisher bekannten Aufgaben unserer Darmbakterien ist lang und noch lange nicht vollständig.

Allen voran ist die Aufbereitung unserer Nahrungsmittel zu aufnehmbaren Nährstoffen. Wir hinterfragen bei Vitamin- oder Mineralstoffmangel zuerst die Funktionstüchtigkeit der Darmbewohner. Zudem arbeiten sie ständig daran, die Barriere der Darmwand zu stärken. Bei entsprechender Durchlässigkeit belasten Stoffe die Leber, das Immunsystem, fördern Entzündungen oder führen zu Nervenschäden.

Der Hauptteil des Immunsystems sitzt im Darm und wird von Bakterien gemanagt. So werden bestimmte Coli-Bakterien bis in die Nasenschleimhaut befördert, um dort das Immunsystem anzukurbeln. Die Produktion vom Glückshormon Serotonin und daraus das Schlafhormon Melatonin geht vom Darm aus und die Hälfte alle Migränepatienten profitieren von Bakterien, die Buttersäure produzieren. Inzwischen kennt man eine Darm-Hirn-Achse und eine Darm-Herz-Achse.

Die Mehrheit der Bakterien sind "die Guten", aber "die Bösen" - pathogenen Keime - beschäftigten uns seit 100 Jahren weit intensiver. Die Suche nach Antibiotika war vorherschend und es wurde übersehen, dass diese unsere Guten auch zerstörte. Viele Krankheiten
Über die Autorin-Bild: Josef Bollwein
Bild: Josef Bollwein

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Henke Vesna