Ist Ihr System ausreichend immun?-
 

Ist Ihr System ausreichend immun?

WIE LERNT DAS IMMUNSYSTEM?
Ein sehr komplexes System schützt unseren Körper vor fremden Eindringlingen.
Nur Minuten nach dem Eindringen werden Erreger erkannt, angegriffen und im besten Fall nach wenigen Stunden beseitigt.
Wir unterscheiden das angeborene Immunsystem und das erworbene.
Ersteres ist allgemein gegen jeden Erreger aktiv, sehr spontan, aber im Ernstfall ungenügend. Letzteres reagiert träge, kann aber durch Schulung (Impfung) im Ernstfall effizient und blitzartig reagieren.
Das Geheimnis sind Gedächtniszellen.

Das angeborene Immunsystem besteht aus Killerzellen, Fresszellen und weißen Blutkörperchen (Leukozyten).
Die einen killen und fressen Eindringlinge, die Leukozyten bilden Bläschen, die aggressive Stoffe enthalten, mit denen sie Krankheitserreger unschädlich machen.
Dann gibt es noch Eiweißmoleküle im Blut und Gewebe (Plasmapro- teine), die herumzirkulieren und – einfach gesagt – die drei oben genannten im Bedarfsfall aktivieren, so wie die Sirene die Florianijünger zusammentrommelt.

Die Kapazität dieses Systems ist allerdings beschränkt, sodass bei bestimmten Erregern ein Krankheitsverlauf nicht zu verhindern ist, es sei denn das Immunsystem „erinnert“ sich, den Keim schon mal gesehen zu haben.


Aktive Immunisierung
Kommt das Immunsystem mit einem Keim in Berührung, entwickelt es neben der allgemeinen eine speziell gegen den Keim gerichtete Abwehr.
Es bildet Antikörper für die der Organismus Zeit benötigt, in der Regel einige Wochen.
Diese Antikörper verschwinden im Laufe der Zeit, nicht aber das Gedächtnis darüber.
Memoryzellen bleiben über Jahre, oft sogar ein Leben lang erhalten.
Bei neuerlichem Befall reagieren diese Zellen spontan und bilden Antikörper schneller als sich der Keim entwickeln kann.
Das ist der Sinn einer Impfung. Gedächtniszellen bilden sich auch durch eine Erkrankung, allerdings um den Preis der Erkrankung und aller damit verbundenen Beschwerden und Komplikationen, die man sich durch eine Vorsorgeimpfung ersparen könnte.


Impfungen – eine Belastung
für den Organismus?
Oft hört man die Frage besorgter Mütter über die Belastung durch die Vielfachimpfungen.
Antikörper werden durch Antikörperrezeptoren aktiviert.
Nach Untersuchungen ergibt sich eine Kapazität von 10 Billionen (10.000.000.000) verschiedener Antikörperspezifitäten.
Ein Impfstoff mit hundert Antigenen könnte 10.000 Mal gleichzeitig geimpft werden und nach einer Woche wäre die selbe Kapazität wieder verfügbar.
Gibt man Kindern den 6-fach Impfstoff und den 10-valenten Pneumokokkenimpfstoff parallel, sind das 57 Antigene und das Immunsystem wäre mit 0,057 % belastet.
Von einer Überlastung des kindlichen Immunsystems durch die Kombinationsimpfung kann also wahrlich nicht gesprochen werden.


Impfungen werden emotional beurteilt

Eine Studie gibt interessante Einblicke in die Beurteilung von Impfstoffen bzw. der Impfungen.
In allen erforschten Ländern wird der gleiche Impfstoff verwendet.
So hat Hepatits B in Frankreich eine 70-%ige Ablehnung, während in Italien nur 20 % dagegen sind.
Die so berüchtigten Masern mit drastischen Krankheitsverläufen – besonders bei Kindern – haben generell eine hohe Ablehnung: Hier führt Italien mit 55 % gegenüber Frankreich mit 17 %.

Dass Impfungen Nebenwirkungen verursachen und Schäden anrichten können, wird nicht geleugnet.
Die Argumente gegen das Impfen sind wissenschaftlich unbegründet.
Es gibt ein Impfschadengesetz.
Wenn Gutachter diesen gerichtlich bestätigt, wird eine finanzielle Entschädigung zugesprochen.
Von 2010 bis 2012 waren 45 Verfahren anhängig, sieben wurden bestätigt – bei 4 Millionen Impfungen.


Grippeimpfung

Die letzte Wintersaison war geprägt von vielen drastischen bis tödlichen Grippefällen.
Hintergrund war nicht nur die Impfmüdigkeit, sondern auch der beschränkt verfügbare 4-valente Grippeimpfstoff (gegen vier verschiedene Keime).
Für die kommende Wintersaison ist man gerüstet.
Wir empfehlen Vaxigrip-tetra, auch für Personen über dem 60. Lebensjahr.
Bitte lassen Sie sich erst Ende Oktober bis Anfang November impfen.
Der Impfschutz hat eine Dauer von 4 bis 6 Monate. Erfahrungsgemäß ist die Grippehochsaison im Jännr und Februar, damit sind Sie zu dieser Zeit am besten geschützt.